1904

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  • 2. September: In Kassel wird der Bismarckturm eingeweiht. Um 16 Uhr beginnt der Festakt und die Kapelle des Husaren-Regiments und Henkelsche Musikapelle sorgen für die nötige musikalische Umrahmung.

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Sonstige

Protest gegen Bismarck ohne Echo

Die Kleinbahn Kassel-Naumburg und der Bismarckturm - zwei Bauprojekte, die zu den herausragenden Ereignissen des Jahres 1904 in Kassel zählen.

Kassel, 31. März 1904. Ungewöhnlich viele Menschen haben sich auf dem Bahnhof in Wilhelmshöhe eingefunden. Auf dem Bahngleis steht ein Zug, im letzten, einem offenen Wagen sitzt eine Musikkapelle. Punkt 15 Uhr setzt sich der Zug unter den Klängen der Kapelle in Bewegung. Unterwegs säumen ungezählte Schaulustige die Wegstrecke. Es war der Tag, an dem die Kleinbahn Kassel-Naumburg ihren Verkehr aufnahm. Noch heute existiert die Strecke, wer will, kann in der warmen Jahreszeit mit dem historischen Zug Hessencourrier die alte Zeit aufleben lassen. Ganz vollendet wurde das Projekt jedoch nie. Die ursprüngliche Planung, bis nach Netze im Waldecker Land weiterzubauen, wurde später verworfen.

Der Bau der Eisenbahn war ein Projekt, das in der Bevölkerung auf eine positive Resonanz stieß. Beim Bismarckturm, der in diesem Jahr fertiggestellt wurde, verhielt es sich ein wenig anders. Nicht der Turm selbst wurde kritisiert - Nein, es war die Namengebung. Der Name Bismarck war durch dessen Zusammenarbeit mit den hessischen Liberalen vor 1866 und die Einverleibung Kurhessens in Preußen bei manchen in Verruf geraten. Im August 1904 machten die Bismarck-Gegner mit einem Flugblatt gegen die Namengebung Stimmung, dessen Text so endet: "... wo sich noch altpreußische Gesinnung erhalten hat, wird man die Empfindungen zu würdigen wissen, aus denen dieser Protest sich erhebt."

Aus der Protestflamme entwickelte sich jedoch kein Flächenbrand - zu sehr waren die Nordhessen schon gute Preußen geworden. Und so begann am 2. September die Einweihungsfeier für den Bismarckturm. Um 16 Uhr begann der Festakt, die Kapelle des Husaren-Regiments und die Henkelsche Musikkapelle, die schon die Kleinbahn-Eröffnung mit schmissigen Weisen zum Erfolg hatte werden lassen, sorgten für die nötige musikalische Umrahmung.

Gefeiert wurde bis in die Dunkelheit, abends gab es nicht nur die Sedan-Feiern (zum Gedenken an die Schlacht von Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71). Viele Städte erhielten in diesen Zeiten ihren Bismarckturm - der Kasseler wurde von der Firma Zahn auf dem Brasselsberg erbaut, wo er heute noch ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Ein Kasseler Streit beschäftigt im April den preußischen Landtag. Eisenbahn-Minister Budde hatte nämlich in Zusammenhang mit dem Bau einer Bäckerei durch den Kasseler Konsumverein erklärt, das Kasseler Brot sei teuer und schlecht. In Kassel selbst war man anderer Auffassung, der nationalliberale Abgeordnete Dr. Schober wies in der Sitzung des Landtages darauf hin, die Kasseler Bürger seien ob dieses Ausspruchs sehr erregt, der Verband der Einzelhandelsunternehmer hätte in einer großen Versammlung dagegen protestiert und das "Material dafür beigebracht, daß es sich tatsächlich nicht so verhalte." Budde mußte dazu Stellung nehmen - aus der Welt geschafft wurde die Angelegenheit dadurch nicht.

Budde: "Von dem, was ich gesagt habe, kann ich nichts zurücknehmen, denn ich habe es den Akten entnommen und da steht, daß das Brot in Cassel teurer und schlechter sei. Ich persönlich habe fürher das Brot in Cassel gut gefunden. Aber meine Eisenbahner, die tagtäglich dieses Brot essen, scheinen anderer Meinung zu sein, und ich habe nicht die Macht, auf den Geschmack der Eisenbahner einzuwirken."

Er würde sich freuen, meinte der Minister, wenn es in Kassel zu einer Einigung käme. Wenn dazu aber eine Kommission zu wählen sei, dann wolle er nicht der Brotkommission angehören, sondern lieber "der Moselweinkommission, weil ich kein Sachverständiger für Brot, sondern eher noch für Moselweine bin."

Rüge für junge Mädchen

Es stand in der Zeitung

"Als eine Unsitte rügt der Landrat des Landkreises Kassel im letzten amtlichen Anzeiger die Gewohnheit, daß junge Mädchen ohne Begleitung oder Vormünder sich in den Sonntags-Nachmittagen oder -Abendstunden ins Wirtshaus begeben, um mit den jungen Burschen des Ortes zusammen zu singen und sich von den letzteren bewirten zu lassen. Bei Duldung wird den Wirten Konzessionsentzug gedroht. (Casseler Allgemeine Zeitung).


Lokale Wirtschaft: Hippodrom

Es stand in der Zeitung

Die moderne Technik, die schon so manche weitgreifende Umwälzung in unserem Verkehrsleben verursacht hat, droht in neuester Zeit mehr und mehr das Pferd als Zug- und Reittier entbehrlich zu machen. Ganz zu schweigen von Eisen- und Trambahnen, die schon längst die wichtigsten Funktionen des Verkehrs übernommen haben, scheinen heute Fahrrad und Motorwagen in wachsendem Umfange auch dem Reitpferde immer wirksamere Konkurrenz zu machen. Da würde unser edelstes Haustier schließlich gar Gefahr laufen, völlig auszusterben, wenn der Sport sich nicht seiner annähme, für den das Pferd in ebendem Maße an Wert gewinnt, als es im gewöhnlichen Leben an Bedeutung verliert.

Der Sport sorgt dafür, daß im menschlichen Dasein doch ein Rest dauernd erhalten bleibt, der allen Mechanisierungsbestrebungen trotzt, und gerade weil das Reiten mit mechanischer Kunstfertigkeit nicht das mindeste zu tun hat, gilt es als der edelste Zweig des Sportes. Es ist ein ganz anderes Gefühl als Reiter ein lebendes Wesen seinem Willen gefügig machen zu können, denn als Radfahrer einen toten Mechanismus durch einförmige Tretbewegungen für seine Fortbewegung zu nutzen.

Welche Zugkraft dem Reitsport für Alt und Jung heute noch innewohnt, zeigte die gestrige Eröffnung von Dechants Hippodrom Noblesse am Hohenzollernplatz, wo in dieser Woche täglich von 5 bis 10 Uhr große Reitfeste bei Konzert- und Reitmusik abgehalten werden. Das Pferdematerial ist prächtig. Das Reitenkönnen ist Nebensache; wenn einer herunterfällt, stehen die Viecher von selbst still; sie sind an so etwas gewöhnt. Das Zuschauen ist ebenso interessant wie das Reiten, da die Reitenden für unfreiwilligen Humor weidlich sorgen. 20 Bogen- und 600 Glühlampen bewirken eine "feenhafte" Beleuchtung. Damen-Reitkleider verleiht die Direktion gratis. (Casseler Allgemeine Zeitung)


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