1903

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert | ► Portal: Geschichte

◄◄ | | 1899 | 1900 | 1901 | 1902 | 1903 | 1904 | 1905 | 1906 | 1907 | | ►►

Ereignisse

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

Sonstige

Neue Bahn, Betrüger ins Zuchthaus

Ab April 1903 beförderte die Herkulesbahn erstmals Fahrgäste. Und Adolf Schmidt, Direktor der Trebertrocknungs-AG, wurde im Juli wegen Betruges verurteilt. Er hatte zahlreiche Kasseler in den Ruin getrieben.

Die "Kühnheit der Konstruktion", so wurde es von den Chronisten festgehalten, war bei der Eröffnung ein Ereignis: Am 27. April 1903 wurde die Herkulesbahn - ohne Zahnstangen - für den Personenverkehr freigegeben. Zwischen Palmenbad und Herkules ratterte die Bahn zunächst bei 20 Stundenkilometern.

Niemand zuvor hatte bei einer durchschnittlichen Steigung von 17 Prozent, die diese Strecke aufweist, gewagt, eine Bahn ohne Zahnstangen zu betreiben. Da mußte erst der Fabrikant Gustav Henkel kommen, der in der Nähe des Palmenbades ein Elektrizitätswerk gebaut hatte. Die Kohlen für das Werk kamen aus den Zechen "Herkules" und "Glückauf" im Habichtswald. Für deren Transport hatte der Fabrikant zuvor die "Henkelsche Gebirgsbahn" gebaut, bis 1903 der Personenverkehr hinzu kam.

"Den höchsten Punkt der weltberühmten Wilhelmshöher Anlagen - Oktogon mit Herkules - erreicht man am schnellsten und bequemsten mittels der Herkules-Bahn", hieß es damals in einer Anzeige, mit der für das Transportmittel geworben wurde. Durch den Ausbau des Streckennetzes (über den Bahnhof Wilhelmshöhe bis zum Kirchweg) wurde die Bahn, die 1927 von der "Großen Kasseler Straßenbahn" übernommen wurde, immer attraktiver für die Bevölkerung. Und so war es auch ein trauriger Abschied, als die Bahn am Ostermontag 1966 zur letzten Fahrt startete. Viele Kasseler winkten ihrer Herkulesbahn zum Abschied, die seit 1903 hoch zum Herkules und auch wieder runter gefahren war.

Mit einem weniger freudigen Ereignis als der Einweihung der Herkulesbahn wurden ebenfalls viele Kasseler im Jahr 1903 konfrontiert: Adolf Schmidt, der Direktor der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung in Kassel (Treber ist ein Rückstand beim Bierbrauen, der nach dem Trocknen in Futtermittel umgewandelt wird), mußte sich vor dem Schwurgericht verantworten. Schmidt war wegen betrügerischen Bankrotts und Betrugs angeklagt, wurde zu knapp drei Jahren Zuchthaus und einer Geldstrafe von 3000 Mark verurteilt.

Tausende von Kaufleuten sowie Handwerkern aus Kassel und Leipzig hatten mit Treber-Aktien spekuliert. Als es 1901 zu dem Bankrott des Unternehmens kam (immer wieder war von den unsoliden Geschäftsspraktiken gewarnt worden), verloren die Aktionäre ihr sauer erworbenes Geld.

Schmidt konnte sich zunächst durch Flucht einer Festnahme entziehen, wurde allerdings mit Hilfe eines Kasseler Kriminalbeamten auf abenteuerliche Weise 1902 in Paris dingfest gemacht und nach Kassel ausgeliefert.

Erinnerung an die berühmte Sängerin Mara

Sie galt als die berühmteste Sängerin ihrer Zeit: Gertrude Elisabeth Mara. 1749 wurde eine Gedenktafel an ihr Geburtshaus in der Brüderstraße angebracht.

Casseler Stadt-Anzeiger, 20. Februar 1903: Eine Gedenktafel für die Mara. Gestern Abend ist an dem Haus Brüderstraße 11 eine Tafel angebracht worden, welche in goldenen Lettern die folgende Inschrift trägt: "In diesem Hause wurde die berühmte Sängerin Gertrude Elisabeth Mara, geb. Schmäling, am 23. Februar 1749 geboren".

Auf den Tag genau - 70 Jahre früher, am 20. Januar 1833, - war die Kasselanerin in Reval im Alter von 83 Jahren nach einem ruhmvollen Leben gestorben.

Schon im zarten Alter von sechs Jahren wurde Gertrud Elisabeth, die Tochter eines armen Musiklehrers, von ihrem Vater auf Konzertreisen mitgenommen. Sie spielte Geige. Während einer Tournee in England entdeckte das musikalische Wunderkind seine Stimme, nahm daraufhin Gesangsstunden bei einem italienischen Lehrer.

Der Tod der Mutter rief die musizierende Tochter und den Vater nach Kassel zurück. Versuche der jungen Künstlerin, am Kasseler Hof engagiert zu werden, scheiterten. "Sie singt wie eine Deutsche", lautete das vernichtende Urteil des Landgrafen-Sängers Morelli. Damals war es in Mode, wie eine Italienerin zu klingen. Doch konnte auch diese Niederlage die weitere Karriere der Kasselanerin nicht mehr stoppen: Als 17jährige bekam sie ein Engagement in Leipzig. Angeblich habe sich auch ein gewisser Herr Goethe, damals noch Student, dem Zauber ihrer Stimme nicht entziehen können. Danach sang sie an der Dresdener Hofoper, an der Königlichen Oper in Berlin, ging auf Tournee in München, Wien, Zürich, Paris, London und Venedig.

War sie auf der Bühne auch noch so erfolgreich, hatte die Sängerin privat weniger Glück. Sie heiratete den Cellisten Mara, der sich als Nichtsnutz entpuppte: "Ihr Mann, der liederliche Violoncellist Mara verdarb ihr ganzes Lebensglück. Sie verlor nach und nach ihr großes Vermögen, welches sie erworben hatte und starb in Reval als Musiklehrerin", hieß es 1903 im Casseler Stadt-Anzeiger.

Und auch in ihrer Heimatstadt Kassel, in die die berühmte Sängerin als über 70jährige Frau zurückkehrte, fand sie keinen Halt mehr. Ein weiterer Versuch, am Kasseler Hof unterzukommen, schlug fehl. So verbrachte das berühmte Kasseler Kind, auch als "Callas von einst" bezeichnet, in Reval ihren Lebensabend.

Das Schild, mit dem sie posthum in Kassel geehrt wurde, ist heute übrigens nicht mehr zu sehen. Ihr Geburtshaus in der Brüderstraße wurde im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zerstört.

Christuskirche eingeweiht

Kaiserin Auguste Viktoria schenkte der Gemeinde zur Feier des Tages eine wertvolle Bibel. Am 20. Dezember 1903 wurde in Wahlershausen die Christuskirche von Superintendent D. Lohr feierlich eingeweiht. Ein Jahr zuvor war der Grundstein für das Gotteshaus gelegt worden. Unter großer Opferbereitschaft, so heißt es in alten Aufzeichnungen, der Gemeinde Wahlershausen waren die Geldmittel für den Kirchenbau aufgebracht worden: Insgesamt 250 000 Goldmark.

Die Bomben des Zweiten Weltkrieges ließen auch die Christuskirche nicht ungeschoren. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurden sie im September 1952 erneut eingeweiht.

Geboren

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Gestorben

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag