Übersicht von Regiowiki-Artikeln zur Stadtgeschichte von Wolfhagen

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Die Geschichte der Stadt Wolfhagen in RegioWiki-Artikeln:

Alte Stadtansicht - Wolfhagen De Merian Hassiae
Das Tympanon an der Kirche von Altenhasungen stammt von der ehemaligen Kirche auf dem Schützeberg, einst ein weithin bekannter Wallfahrtsort.

(eine Auswahl)

Geschichte

"Wolfhagen – ein Wolf, der bei den Rodungsarbeiten, die die Gründung der Stadt zu Beginn des 13. Jahrhunderts vorbereiten sollten, aus dem Hagen sprang, wie man damals einen mit Bäumen bestandenen Bergrücken nannte, so klingt heute noch im Namen der Stadt die alte Sage der Stadtgründung nach. Die Stadtgründung hatte Ludwig IV. veranlasst, Landgraf von Thüringen und Gemahl der Heiligen Elisabeth, um seine Thüringer Landgrafschaft im Westen vor allem gegen die Erzbistümer Mainz und Köln abzusichern. Für die Anlage der Stadt und ihrer landgräflichen Burg wählte er gerade den Muschelkalkrücken aus, der vom südöstlich der Stadt gelegenen Gotzenberg bis weit in die damals noch vorhandenen Sümpfe im Bereich der heutigen Teich- und Bruchwiesen hineinreichte. Durch diese Spornlage der Stadt war ein natürlicher Verteidigungsschutz gegeben. Die Geländeform des Bergrückens bestimmte auch die Linienführung der mittelalterlichen Straßen, die nach dem landgräflichen Plan jeweils paarweise (Mittelstraße/Burgstraße bzw. Schützeberger Straße/Triangelstraße) auf die Burg ausgerichtet wurden. Hier befand sich auch das Bürgertor, durch das die Bürger der unterhalb der Burg und außerhalb der Stadtmauer gelegenen Vorstadt in die Stadt gelangen konnten. Zum städtischen Mauerring gehörten insgesamt vier befestigte Stadttore und elf Türme, von denen heute noch der Chattenturm an der Nordostecke erhalten ist."

(zitiert aus dem Vorwort von Hermann Neumeyer zum Bildband „Wolfhagen in alten Ansichten“, Sutton-Verlag, Erfurt)

Stadtkirche in Wolfhagen

Nach heutigem Forschungsstand wurden Burg und Stadt Wolfhagen 1230/ 31 gegründet, vermutlich als Raubgründung der Ludowinger auf damals mainzischem Gebiet. Nach einer Darstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Wolfhagen war die von Konrad von Thüringen gegründete Stadt anfangs mit Wall, Graben und Palisaden umgeben.

Im Jahre 1264 erhielt Wolfhagen Stadtrechte. Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch die dreischiffige gotische Stadtkirche ("St. Anna- Kirche").

Mit dem Bau der Kirche wurde bereits um das Jahr 1225 begonnen, wobei zunächst ein Chor errichtet wurde, der im frühen 15. Jahrhundert durch einen gotischen Chorraum ersetzt worden ist. Bei Renovierungsarbeiten in der Wolfhager Stadtkirche im Jahre 2010 wurden im Chorraum der Kirche Teile eines romanischen Fundaments aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Beim Abtragen der Fußbodenplatten stießen Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentsteine aus der Zeit um 1230.

Heute hat die Kirche die Gestalt einer dreischiffigen, gotischen Hallenkirche. Kirchenbesucher betreten die Kirche durch das gotische Westportal im Turm, dessen unteres Gewölbe um das Jahr 1303 erbaut worden sein soll und der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Alte Stiche von Dilich (1591) und von Meißner (1608) zeigen das Gebiet rund um Wolfhagen mit dem mächtigen Massiv des Isthaberges, der Weidelsburg und der sich von Ost nach West erstreckenden Stadt mit hoher Stadtmauer, den 11 Türmen und der frühgotischen St. Annen-Kiche.

Starke Zerstörungen der Stadt waren im Dreißigjährigen Krieg zu verzeichnen. Zum Ende des Kriegs waren die vier Torhäuser an den Stadttoren zerstört, die Stadtmauer an vielen Stellen eingerissen, die Stadtkirche beschädigt und es standen nur noch 69 Häuser.

Erst nach dem Krieg errichteten die Bürger der Stadt das historische Rathaus als dreigeschossigen Fachwerkbau in den Jahren 1657 – 1659, als dritten Rathausbau auf historischem Fundament. Erst nach dem Krieg entstanden auch zahlreiche diemelsächsische Fachwerkhäuser, die noch heute das Stadtbild mit breiten und hohen Giebelfronten zur Strasse hin prägen.

Literatur

  • Dr. Paul Görlich, Wolfhagen – Geschichte einer nordhessischen Stadt, Wolfhagen 1980
  • Wolfgang Halfar, Landgraf Konrad schenkt dem Kloster Hasungen einen Bauplatz in Wolfhagen, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 148 ff.
  • Karl Hassenpflug, Kloster Hasungen, in: Heimatjahrbuch für das Wolfhager Land 1, 1958
  • Volker Knöppel, Der Hasunger Berg – Überlegungen zur Christianisierung des Wolfhager Landes, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2002, S. 107 ff.
  • Bernd Klinkhardt, Die Gründung der nordhessischen Stadt Wolfhagen und ihre urkundliche Ersterwähnung am 13. August 1231, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 135 ff.
  • Karl Lynker, Geschichte der Stadt Wolfhagen nach urkundlichen und gedruckten Quellen, 1855 (pdf)
  • Karl Lyncker, Das Schutz- und Trutzbündniß der Städte Warburg, Hofgeismar, Wolfhagen, Volkmarsen und Stadtbergen vom Jahr 1358, in: ZVHessG 6 - 1851, S. 176 ff.
  • Karl Lyncker, Die Wüstung Schützeberg bei Wolfhagen, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde von 1853
  • Hermann Neumeyer, Beiträge zur Stadtgeschichte Wolfhagen
  • Sven-Hinrich Siemers, Landgraf Konrads Burg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 33 ff.
  • Gustav Siegel, Geschichte der Stadt Wolfhagen in Hessen, Wolfhagen 1929
  • Dr. Klaus Sippel, Der Schützeberg bei Wolfhagen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2001, S. 115 ff.
  • Wilhelm Winter, Lageplan des Friedhofs auf dem Schützeberg, Wolfhagen 1985

siehe auch