Ölberg

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Der Ölberg - Steinbruch

Ostnordöstlich vom heutigem Steinbruch wurde im ausgehendem 19. Jahrhunderts ein neuer Basaltsteinbruch, den der Volksmund „Suezkanal“ benannte, angelegt.

Auf der Niveaukarte vom Kurfürstentum Hessen, Blatt Oberkaufungen von 1859 ist der Ölberg noch unberührt.

Auf der Schleensteinschen Karte aus dem 17. Jahrhundert wird der Ölberg als Lullberg beschrieben, wodurch sich eine Verbindung zum Bonifatiusnachfolger Lullus und somit zur Reichsabtei Hersfeld aufdrängt.

Den ersten Pachtvertrag mit der Oberförsterei Eiterhagen schloss die Gemeinde Quentel 1874 für eine Laufzeit von sechs Jahren ab.

Der Pachtzins wurde mit 6 Talern und 5 Silbergroschen jährlich vereinbart, die an die Forstkasse Melsungen gezahlt werden musste.

Als nächster Pächter ist 1896 Mauermeister Conrad Winter aus Eschenstruth dokumentiert. Nachfolger war die Fa. Conrad Reinbold aus Rhünda, die schon 1000 Mark pro ha an Pacht zahlen musste.

In den vorliegenden Dokumenten werden als Pächter ohne Zeitangaben Georg Reuß aus Harmuthsachsen, Conrad Meissner aus Fürstenhagen und Conrad Weygand aus Eschenstruth genannt.

Gorg Reuß hatte auch als Erster die Idee , den Basalt mit einer Seilbahn nach Fürstenhagen zu transportieren.

Eine Archivalie des Staatsarchivs Marburg belegt dieses Vorhaben.

1925 schließt die Fa. Johannes Becker einen Vertrag für den Abbau von 150 bis 200m³ Pflastersteinen ab.

Richtig in Gang kamen die Arbeiten aber erst nach 1932 als der Basaltbruch am Steinmal oberhalb Eiterhagens wegen Wassereinbruch stillgelegt wurde und die CBI ihre Aktivitäten zum Ölberg verlegte.

Der Basaltbruch am Ölberg wurde mit 280 Arbeitern, davon 100 Steinrichtern betrieben.

Im Mai 1956 wurde der erste Bagger angeschafft. Das Ungetüm von 80 t wurde auf eigenem Fahrwerk vom Bahnhof Fürstenhagen zum Ölberg angeliefert.

Anfangs wurde das Material von der Wand durch eine Feldbahn mit zwei Dampflokomotiven zum Vorbrecher transportiert.

Zwei Dampflokomotiven transportierten das Material zur Brecheranlage.Vom Vorbrecher lief das Material über ein Förderband in ein großes Silo.

Vom Silo füllte man durch mehrere Zapfstellen die Loren der Seilbahn die dann auf die 55-minütige Reise zum Schotterwerk Körle geschickt wurden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde weiter mechanisiert und der Werkstransport von riesigen Muldenkippern bewältigt.

Ende der 60iger Jahre baute die CBI eine Nachzerkleinerungsanlage um eine Schwarzdeckenmischanlage zu betreiben.

Da der Abtransport des Roh- und Schwarzdeckenmaterials und das Steinmaterial zum Betonsteinwerk Körle und die Bahnverladung mit der Seilbahn weder aus technischen, noch aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr machte, musste ein neues Konzept für eine Verlagerung auf die Straße erarbeitet werden.

In Richtung Eschwege stand die L3228 über Quentel, Fürstenhagen mit Anschluss an die B7 zur Verfügung, während in Richtung Körle keine ausreichende Straßenverbindung bestand.

Da die Schulstrasse in Wattenbach schon 1964 für den Durchgangsverkehr zum Ölberg vom Landrat, auf Antrag der damaligen Gemeinde Wattenbach, gesperrt worden war, gab es Vorbesprechungen für eine neue Verkehrsführung vom Bruch durch die Gemarkung Hirschhagen zur L3460.

Die Transporte sollten dann oberhalb von Wattenbach über Wollrode zur B83 und weiter nach Körle und Kassel führen.

Diese Verbindung kam aber nie zustande.

Produktion von Asphalt und Basalt

Die Basalt AG (BAG, Erfurt) baut nach einer Mitteilung in HNA-online vom 2.8.2013 in ihrem Steinbruch am Ölberg in Wattenbach eine Asphaltmischanlage. Die 5 Millionen Euro teure Anlage ist fast fertig und soll im September 2013 in Betrieb gehen. Mit dem Asphalt will die BAG unter anderem die A 44-Baustellen im Lossetal beliefern. [1]

siehe auch

 Basaltabbau in Söhrewald Lothar Rolwes

Broschüre Geschichtskreis Söhrewald

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 2.8.2013: Asphalt kommt bald vom Ölberg in Wattenbach

Weblinks